Kinderfee sagt “Auf Wiedersehen”

Wir wollen den Bereich Kinderbetreuung mit verbesserter Technik neu aufbauen. Die Marke Kinderfee sagt deshalb „Auf Wiedersehen“ und bedankt sich bei Ihnen für wunderbare vier Jahre Zusammenarbeit.

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Kinderbetreuung nach Wunsch: Für eine passende Kinderbetreuung in der Nähe hat Kinderfee Eltern und qualifizierte Kinderbetreuer zusammengebracht. Ab dem 01. September 2015 wird die Webseite des Online-Kinderbetreuungsdienstes nun nicht mehr zur Verfügung stehen. Alle relevanten Informationen, wie Sie und Ihre Babysitter weiter zusammenarbeiten können, finden Sie auf unserem Blog.

Es sind fast vier Jahre, in denen das Team von Kinderfee alle Anstrengungen unternommen hat, um den Online-Betreuungsservice aufzubauen und zu entwickeln. Begonnen wurde ganz klein, aber mit großem Enthusiasmus und viel Engagement. Sicherheit, Vertrauen und hohe Qualität in der Kinderbetreuung waren die wichtigsten Anliegen. Dafür war das gesamte Team mit viel Empathie und Herzblut dabei. Gemeinsam wurde das kleine Baby Kinderfee aus der Taufe gehoben und ihm wurden die ersten, wackligen Schritte beigebracht. Hin und wieder ist es auf die Nase gefallen, hat sich die Knie aufgeschürft und hat Sachen machen wollen, die dann nicht klappten. Hin und wieder hat es auch Zunder bekommen und musste Fehler ausbügeln. Eine ganz normale Kindheit also. Dann wuchs Kinderfee langsam aus den Kinderschuhen heraus. Vieles wurde geändert, besser, ausgereifter. Jetzt steht der größte Veränderungsschritt bevor – der Online-Service für Kinderbetreuung wird komplett neu aufgebaut und neu gestaltet. Deshalb wird die Plattform eine Zeitlang nicht zur Verfügung stehen.

Ein Rückblick – Wie alles begann

Im April 2011 ging die Kinderbetreuungsplattform online. Die beiden Gründer, Daan Löning und Stefan Gärtner, hatten da schon einen langen Weg mit vielen Erwartungen und schwierigen Entscheidungen zurückgelegt. Eine rasante Berg- und Talbahnfahrt, so fanden sie später. Die beiden Banker hatten ihre gut dotierten Jobs aufgegeben und sich der Kinderbetreuung verschrieben. Anlass war eine geplatzte Geburtstagsparty. Viele der eingeladenen Gäste kamen nicht, weil sie keine Babysitter für ihren jungen Nachwuchs finden konnten. Das kann doch nicht wahr sein, fanden beide und machten sich an eine Analyse des Marktes. Kinderbetreuung: zuverlässig, schnell organisiert und leicht abzurechnen – es gab sie kaum. Das ändern wir, beschlossen sie. Dann kamen sehr, sehr viele Gespräche und Erkundigungen, angefangen bei finanziellen Aspekten und rechtlichen Bestimmungen bis zu der entscheidenden Frage: Wie schafft man es, eine Online-Plattform aufzubauen, bei der Eltern den vorgestellten Kinderbetreuern auch vertrauen können? Der technische Aufbau der Plattform ging parallel mit einer tiefgründigen Recherche vonstatten.

Viele Ideen und viele Veränderungen

In Düsseldorf wurde gestartet. Ein halbes Jahr später wurde das Berliner Büro in Charlottenburg eingerichtet. Anfangs stapelten sich die Umzugskartons, nur mit dem Handy wurden die ersten Gespräche geführt. Damals kannte das Team jede einzelne Kundin und jeden Babysitter persönlich. Später sah es anders aus: Über 25.000 Babysitter haben die Kinder in Familien deutschlandweit betreut. Alles entwickelte sich ziemlich rasant. Technische Verbesserungen mussten schnell eingeführt werden und ganz neue und andere Probleme, als vorher erwartet, kamen auf die Gründer des Start-Ups zu.

Bei der „Creativity and Business Convention“ im Juni 2011 in Köln wurde Kinderfee als eins der fünf innovativsten Start-Ups eingeladen. Auch auf diversen technischen Messen nahmen die Gründer des Services teil und bekamen neue Anschübe, Ideen und Vorstellungen für die Entwicklung der Internet-Plattform.

Ausgegangen waren Daan Löning und Stefan Gärtner von einem vorwiegend abendlichen Bedarf der Eltern und von notwendiger Wochenendbetreuung, wenn die jungen Eltern mal entspannen, ins Kino oder Restaurant wollten oder eine abendliche Versammlung anstand –  oder eben eine Geburtstagsparty. Tatsächlich gab es diesen Bedarf auch. Ein weitaus größerer wurde dann jedoch der sogenannte Randzeitenbedarf. Wenn die Kindergärten und der Schulhort schließen, das Büro aber noch nicht, dann brauchen junge berufstätige Eltern dringend eine zuverlässige Betreuung: Babysitter, die die Kinder abholen, begleiten und zu Hause betreuen, bis die Eltern kommen. Die vielleicht auch bei den Schularbeiten assistieren, Abendbrot vorbereiten oder die Kleinen ins Bett stecken und eine Geschichte vorlesen. Mit der Zeit entwickelte sich dieses Angebot zu dem größten Bereich. 40 Prozent der bei Kinderfee registrierten Eltern suchten eine Randzeitenbetreuung. Es wurde ein Pool zertifizierter Babysitter aufgebaut, um so den Eltern den Spagat zwischen Familie und Job zu erleichtern.

Was Kinderfee ausmacht

Kinderfee setzte sich hohe Qualitätsstandards. Neben einer umfangreichen Qualitätsprüfung, der Sicherstellung von Identität und Alter, Adressen und Kontakten ging es Kinderfee auch darum, den Eltern möglichst viel administrativen Ballast abzunehmen. Ein monatlicher Beleg für die Steuerabrechnung gehörte ebenso dazu wie Tipps zur Abrechnung. Für spontane Aufträge wurde ein Notfall-Service eingerichtet, so dass teilweise von einer Stunde auf die nächste eine Betreuung organisiert werden konnte. Auch für pädagogische Fragen stand eine telefonische Beratung zur Verfügung.

Die betreuten Kinder waren unfallversichert, ebenso die Babysitter, die außerdem auch haftpflichtversichert waren, falls einmal der Kaffee über den iPod kippen sollte. Weder eine monatliche Gebühr noch zusätzliche Kosten sind angefallen. Bezahlt wurde immer nur eine Betreuung, die auch tatsächlich stattgefunden hat.

Für zuverlässige Kinderbetreuer wurde besonders an pädagogischen Unis und Fachhochschulen geworben. Tatsächlich waren bis zu 70 Prozent, der bei Kinderfee aktiven Babysitter ausgebildete Erzieher_Innen oder auf dem Wege dorthin, in einer pädagogischen Ausbildung, Kinderpflegerinnen, hatten bei einem Au-Pair-Aufenthalt Erfahrungen gesammelt oder vielfältige andere Qualifikationen, wie ein Babysitter-Diplom oder einen Erste-Hilfe-Kurs, erworben.

Gesellschaftlich engagieren und Dinge bewegen

Von Beginn an wurde mit dem Ziel der Verbesserung der Kinderbetreuung auch ein gesellschaftlicher Anspruch verbunden. Kinderfee nahm an Konferenzen zur Familienpolitik teil, mischte bei der Bildungsmesse Didacta mit, stellte Ideen und Vorschläge auf Veranstaltungen vor und diskutierte bei Kongressen, unter anderem im Bundestag, mit.

Auf dem Blog wurden wichtige Themen von der Frage, was gute Kinderbetreuung ausmacht, über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, bis zu Gesundheits- und Erziehungsfragen behandelt. Jeden Montag wurde hier in einer Presseschau über die neuesten Beiträge zur Kinderbetreuung in den Medien informiert und über Facebook und Twitter verbreitet, wodurch auch eine Auseinandersetzung zu vielfältigen Themen angefacht wurde.

Ein Netzwerk entstand zwischen Eltern, Kinderbetreuern, Eltern-Bloggern und Kinderfee. Eine große Babysitter-Community fand sich über Facebook zusammen und tauschte sich aus. Unterstützt wurde das von Kinderfee durch organisierte Treffen von Kinderfee-Babysittern in einzelnen Städten.

Die Wertschätzung der Kinderbetreuung deutschlandweit zu stärken, auch das war ein weiters Anliegen. Gespräche mit Politiker, Netzwerken und Fachverbänden entstanden – ein Resultat daraus war die Initiative des Tages der Kinderbetreuung. Jeden ersten Montag nach dem Muttertag finden nun seit 2013 Veranstaltungen statt, auf denen allen in der Kinderbetreuung Beschäftigten für ihr Engagement gedankt wird.

Am Herzen lag Kinderfee das Partnerprojekt, ein Kinderkrankenhaus in Bénin, Westafrika, dem die Einnahmen aus Weihnachtskartenaktionen und anderen Spenden übermittelt wurden.

Neue Wege und besserer Service

Mit der Zeit wurde die Kinderbetreuung für Kongresse, Veranstaltungen, in Hotels und auch auf Hochzeiten ein wichtiger Bereich der Dienstleistung, wodurch Kinderfee viele neue Kontakte und ein weites Netzwerk aufbauen konnte.

Banken und Versicherungen, Firmen und Universitäten erkannten zunehmend, wie wichtig eine zuverlässige Kinderbetreuung für moderne Unternehmen und zeitgemäßes Arbeiten ist. Kinderfee etablierte sich als ein qualifizierter Partner, der ausgewählte Kinderbetreuer für die Veranstaltungen organisierte und zuverlässig betreute. Viele Stammkunden und neue Veranstalter auf Weiterempfehlung waren das Ergebnis. Dafür hatte das Team über die Jahre einen Pool von erfahrenen und ausgebildeten Babysittern in den einzelnen Städten aufgebaut.

Inzwischen konnte die Qualität und Vertrauenswürdigkeit des Online-Dienstes und ein aufmerksamer und schneller Kundenservice Eltern und Betreuer in über 25 Städten Deutschlands überzeugen. Kinderfee war einer der ersten und größten Online-Dienstleister in diesem Bereich. Leider bedeutete unter den ersten zu sein auch, dass die damals verwendete Technologie heute nicht mehr auf dem notwendigen Stand ist – und neu aufgebaut werden muss. Mit neuen Technologiepartnern und Investoren arbeiten wir an der Überarbeitung des Produkts. Der Neustart wird nicht vor dem nächsten Jahr erfolgen.

Das Team bedankt sich ganz herzlich bei allen Kinderbetreuern und allen Eltern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, Tipps, Verbesserungsvorschläge, begeisterte Danksagungen und konstruktive Kritik. Unsere Vision war es, Eltern, Kinder und Babysitter für eine Kinderbetreuung nach Wunsch zusammenzubringen. Das Kinderfee-Team hofft, dass ihm das gelungen ist.

 

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Wie organisiere ich die Zusammenarbeit mit meinem Babysitter in Zukunft am besten?

Liebe Eltern,

vielleicht haben Sie das Glück, bei uns einen Babysitter gefunden zu haben, den Sie regelmäßig zur Betreuung buchen. Bis die neue Plattform etabliert ist, möchten Sie vermutlich nicht auf ihn verzichten. Die Kontaktdaten Ihres Babysitters sollten Sie per Mail erhalten haben, bzw. werden Sie in den nächsten Tagen erhalten.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie können Sie weiterhin Ihren Babysitter engagieren? Im Folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, wie dies möglich ist. Im Prinzip gibt es hierzu zwei Möglichkeiten

450 Euro Minijob im Privathaushalt

Eine Möglichkeit ist der 450 Euro Minijob. Sie als Eltern sind dann der Arbeitgeber des Babysitters. Für jede Familie hat der Babysitter einen einzelnen Minijob. Der Vorteil der Steuerbefreiung gilt allerdings nur dann, wenn die Summe der Entgelte aus den einzelnen Minijobs insgesamt 450 Euro monatlich nicht übersteigt. Angemeldet werden muss der Minijob von Ihnen.

Hier können Sie Ihren Babysitter online ganz einfach anmelden: Minijob-Zentrale

Gewerbeanmeldung (selbstständige Tätigkeit mit Gewerbeschein)

Wie meldet man ein Gewerbe an?

Der Babysitter kann entweder persönlich zum Gewerbeamt gehen oder sich über das Internet anmelden, was aber nicht bei jedem Gewerbeamt möglich ist. Die Anmeldung kostet zwischen 20 und 40 Euro.

Wie sieht es mit den Steuern aus?

Umsatzsteuer

Verdiente Ihr Babysitter durch die Betreuung im vorangegangenen Kalenderjahr weniger als 17.500€ brutto und wird voraussichtlich im kommenden Jahr nicht mehr als 50.000€ brutto verdienen, kann er als Kleinunternehmer tätig sein. Dann muss keine Umsatzsteuer abgeführt werden.

Einkommenssteuer

Beträgt das jährliche zu versteuernde Einkommen des Babysitters weniger als 8.472€ (entspricht etwa 700€ monatlich), fällt keine Einkommenssteuer an. Die Einnahmen müssen aber trotzdem dem Finanzamt angegeben werden.

Gewerbesteuer

Beträgt das Einkommen aus dem Gewerbebetrieb weniger als 24.500€ jährlich, was bei Kleinunternehmern wohl der Fall ist, fällt keine Gewerbesteuer an.

Nähere Informationen zu Steuerpflichten bei Kleinunternehmern gibt es auf hier.

Wie verläuft die Bezahlung ?

Damit Sie die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen können (bis zu 4.000,- Euro jährlich pro Kind), muss der Babysitter eine Rechnung schreiben. Auf dieser sollten folgende Informationen zu finden sein:

-    Name des Kindes (noch besser: auch Sozialversicherungsnummer bzw. Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte)

-    Rechnungsempfänger (Name und Adresse)

-    Ausstellungsdatum

-    fortlaufende Rechnungsnummer

-    Zeitraum der Kinderbetreuung

-    Name und Anschrift der Eltern

-    Name, Adresse und Sozialversicherungsnummer des Babysitters

-    Rechnungsbetrag

Die Bezahlung muss per Überweisung von Konto zu Konto erfolgen, denn Auszahlungen in bar können nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Ist der Babysitter Kleinunternehmer, wird beim Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Dann empfiehlt es sich, diesen Satz zu ergänzen: „Umsatzsteuerfrei aufgrund der Kleinunternehmerregelung lt. § 19 des UStG.”

Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten und wünschen Ihnen mit Ihrem Lieblings-Babysitter weiterhin alles Gute!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Kinderfee-Team

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Häufige gestellte Fragen:

1. Warum existiert die Plattform nicht mehr?

Die Technologie ist nicht mehr auf dem neuesten Stand, sie wird im Moment grundlegend überarbeitet und für einen Relaunch vorbereitet.

2. Wann gibt es einen neuen Online-Kinderbetreuungsservice?

Genau können wir das noch nicht sagen. Vermutlich wird die neue Plattform nicht vor Anfang 2016 online gehen.

3. Was passiert mit meinen Daten?

Die Daten bleiben weiterhin sicher und werden nicht mehr genutzt. Sie werden angeschrieben, sobald unsere neue Plattform online ist.

4. Was passiert mit bereits gebuchten Terminen für den Zeitraum ab September 2015?

Alle Termine ab dem 15. September 2015 werden automatisch storniert. Sie erhalten die Kontaktdaten Ihres Babysitters und können Termine in Zukunft offline vereinbaren. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

5. Sind Stornierungen oder Änderungen vergangener Termine möglich?

Ja, geben Sie uns diese, wie bisher, einfach per Telefon oder E-Mail durch.

6. Was ist mit den Kontaktdaten der Babysitter, falls sie noch nicht ausgetauscht wurden?

Sie erhalten nur die Kontaktdaten Ihrer Lieblings-Babysitter per E-Mail. Kontaktdaten von Babysittern, die Sie noch nicht kennen, können wir bis zum Relaunch leider nicht mehr herausgeben.

7. Was ist mit den Terminen bis zum 15. September?

Alle Termine, die bis zum 15. September stattfinden, werden ganz normal über Kinderfee abgerechnet. Alle Babysitter bekommen für diesen Zeitraum weiterhin das Geld überwiesen.

8. Was ist mit den Belegen für die steuerliche Absetzbarkeit?

Sämtliche Belege für vergangene Termine werden zur Verfügung gestellt.

9. Wie erfahren wir, dass es einen neuen Kinderbetreuungs-Service gibt?

Wir melden uns, sobald unsere neue Plattform zur Verfügung steht. :)

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Arbeiten und Kind: Das funktioniert!

Wir bekommen Kinder und können es kaum fassen, was für ein Wunder uns da in den Arm gelegt wird. Am liebsten wollen wir nie wieder von ihm getrennt sein. Aber spätestens mit dem Wiedereinstieg in den Beruf stehen wir vor der Herausforderung, dass wir Nähe und Abgrenzung gleichzeitig leben wollen und oftmals schlichtweg müssen.

Gibt es nur „entweder – oder“? Nein, es gibt: „Arbeiten und Kind“ – mit „Coworking Toddler“. Das Unternehmen, gegründet von Eltern, verbindet beides, indem es einen Coworking Space mit professioneller Kinderbetreuung verbindet. Die Eltern nehmen ihre Kinder mit ins Büro, wo sie an einem gemieteten Schreibtisch konzentriert arbeiten können, während der Nachwuchs in den Räumen nebenan von speziell ausgebildeten Erziehern bedürfnis- und bindungsorientiert betreut wird.

„Das tut Kindern und Eltern gut, spart den Familien Wege und Zeit und schont die Nerven“, erklärt Sandra Runge, eine der Gründerinnen des Unternehmens. „Wir denken das Thema Kinderbetreuung neu, um Familien endlich echte Vereinbarkeit zu ermöglichen und davon profitieren alle: Kinder, Eltern und Unternehmen“.

Der erste Standort wird in Berlin eröffnet – viele weitere in ganz Deutschland sollen folgen. An jedem Standort wird es drei Bereiche geben: Die Räume für die Kinder, in denen sie liebevoll betreut werden, die Büros sowie einen Gemeinschaftsbereich, in dem sich Kinder und Eltern tagsüber zu kleinen Pausen treffen und gemeinsam Zeit verbringen können. Dort essen Eltern und Kinder auch alle zusammen Mittag. So wächst eine echte Gemeinschaft, in der es nicht nur den Kindern gut geht, sondern in der auch die Eltern Familienleben und Beruf entspannter verbinden und Vereinbarkeit endlich leben können.

Bindungs- und bedürfnisorientiertes Aufwachsen

Das pädagogisches Konzept für Coworking Toddler setzt vor allem auf vier Prinzipien: Die Kinder sollen in der Nähe der Eltern bindungs- und bedürfnisorientiert aufwachsen können und werden nach den neuesten Erkenntnissen der Bildungsforschung in die Einrichtung eingewöhnt. Zudem arbeiten Erzieher und Eltern Hand in Hand und gehen eine Erziehungspartnerschaft ein. Die pädagogische Betreuung mit überdurchschnittlichem Betreuungsschlüssel und die Gestaltung der Räume fördern das altersgerechte Lernen durch den Flow-Effekt: Wenn Kinder im freien Spiel völlig in ihrer Beschäftigung aufgehen, also im „Flow“ sind, lernen sie auf ganz natürliche Weise wie von selbst.

Auch für Angestellte

„Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten komplett gewandelt, in Sachen Kinderbetreuung ist so gut wie nichts passiert“, sagt Marc Runge. „Wir sorgen mit Coworking Toddler dafür, dass sich das ändert!“ Das Konzept richtet sich nicht nur an Freiberufler, Selbstständige und Angestellte mit Home-Office-Option: „Wir unterstützen Unternehmen mit unserem Konzept darin, ein konkretes Konzept für Familienfreundlichkeit umzusetzen: Mit Coworking Toddler können sie Talente halten und bekommen zufriedenere und damit auch leistungsfähigere Mitarbeiter.“

Um den ersten Standort eröffnen und für die Kinder schön einrichten zu können, hat Coworking Toddler bis zum 14.06.2015 eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, die jeder unterstützen kann und bei der es viele kleine und große Dankeschöns zu kaufen gibt. Der Erlös fließt direkt in das Projekt:

www.startnext.com/coworkingtoddler

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Tag der Kinderbetreuung und Sekt zum Streikbeginn

Tag der Kinderbetreuung

 

Wie gut und richtig es vor vier Jahren war, den Tag der Kinderbetreuung zu initiieren, zeigte sich auch in diesem Jahr. Denn pünktlich zum diesjährigen Termin begann der Kita-Streik. Es geht weiter darum, bessere Bedingungen für die Erzieherinnen und Erzieher zu schaffen. Wir sind dabei.

Die Erzieherin Chantal Amanda Schulze holt auf der Bühne einen dicken bunten Ordner hervor, schlägt ihn auf – und das Publikum lacht los. Denn der Ordner ist leer. Ein Insider-Witz der Komödiantin, der alle amüsiert, die sich mit Bürokratie herumschlagen oder aber wissen: Die Zeit ist immer zu knapp! Zu wenig Zeit für Berichte. Zu wenig für alles. Der Lohn ist zu gering für diese Arbeit, die soviel Empathie voraussetzt, soviel Selbstausbeutung und soviel Stressresistenz. Und auch mit der gesellschaftlichen Anerkennung, mit der alltäglichen Wertschätzung und mit den Arbeitsbedingungen liegt noch einiges im Argen. Und trotzdem tun sie es immer wieder. Jeden Tag kümmern sich die Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter und Tagesväter um unsere Jüngsten und damit um unsere Zukunft. Denn gute Erziehung zahlt sich aus. Später und jetzt, in den Familien, die so unbesorgt ihren Berufen nachgehen können, wenn sie ihre Liebsten in wohlbehütenden Händen wissen.

Der Bezirkseltern-Ausschuss Kita Marzahn-Hellersdorf, BEAK, veranstaltete am Montagabend, dem 11. Mai, in der Alten Börse Berlin-Marzahn eine Gala für Erzieherinnen und Tageseltern, um ihnen zum Tag der Kinderbetreuung Dank zu sagen und Anerkennung zu zeigen. „Kinderbetreuer wünschen sich neben angemessener Bezahlung vor allem eine größere Wertschätzung ihrer Arbeit“, weiß Norman Heise, Vorsitzender der Bundeselternvertretung, der sich von Anfang an stark für den Tag der Kinderbetreuung engagiert und sich bemüht, möglichst viele Kindertageseinrichtungen zum Mitmachen zu bewegen, und grüßte in einer Videobotschaft.

Stefan Gärtner und Daan Löning, die Gründer von Kinderfee, waren Mitbegründer der Initiative Tag der Kinderbetreuung, ein Aktionstag, der nun immer am Tag nach dem Muttertag gefeiert wird. Inzwischen hat sich dieser Ehren- und Danksagungstag bundesweit etabliert und viele prominente Unterstützer gefunden. Unter ihnen Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Jugend und Senioren, Grünen-Vorsitzender und gelernter Erzieher Cem Özdemir, Ex-Familienministerin Professor Dr. Rita Süssmuth, ehemaliger Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger, frauTV-Moderatorin Lisa Ortgies und sehr viele mehr. Deutschlandweite Aktionen wiesen auf die gute Arbeit und notwendige Verbesserungen hin. Blumen wurden überreicht, Bäume gepflanzt, lobende Worte gefunden und in vielen Medien darauf eingegangen. „Eltern können sich mit den streikenden ErzieherInnen auf vielfältige Weise solidarisch zeigen. Schließlich ist es ja auch in ihrem und ihrer Kinder Interesse, wenn sich die Bedingungen in den Kitas weiter verbessern“, sagte Peter Gärtner, Mitinitiator und Sprecher des Aktionstages und hofft, dass sich immer mehr aktiv engagieren.

Darum wurde nun auch auf der Abendgala das Glas erhoben: Sekt auf alle, die sich für eine bessere Erziehung einsetzen! Annika Singert, die stellvertretende Vorsitzende des BEAK, sprach herzliche Begrüßungsworte. Mit Musik und Zaubertricks wurde ein lustiger, aber auch sehr respektvoll dankender und für alle gelungener Abend gestaltet. Danke für die tolle Abendgala an das BEAK! Wir alle hoffen, dass der besagte bunte Ordner in Zukunft nicht leer bleibt!

Abendgala
Wir waren dabei

 

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Daumen hoch!

Ich kann das © Jean Kobben / Fotolia.com

Ich kann das © Jean Kobben / Fotolia.com

Stärkt Lob das Selbstbewusstsein oder macht es Kinder abhängig und unselbstständig?

Wie für fast alles in punkto Kindererziehung gibt es auch für das Loben vehemente Fürsprecher und absolute Ablehner. Das verunsichert die Eltern und stärkt in erster Linie nur die Ratgeberproduktion. Früher hieß es öfter, nicht geschimpft ist schon gelobt. Heute gibt es in jedem zweiten Kinderzimmer kleine Picassos oder große Pianisten und nicht Kinder, die malen oder Klavier üben. Suuuuuper schallt es von allen Seiten über den Spielplatz. Geniale Architekten bauen Sandburgen, bejubelte Artisten hangeln an Seilen. Bloß viel loben, damit die Kinder Vertrauen in die eigenen Stärken bekommen! Ja nicht loben, kontern die anderen, sonst strengen sich die kleinen Prinzen und Prinzessinnen gar nicht mehr an. Wie viele Studien jetzt nahelegen, geht es in erster Linie nicht darum, ob, sondern wie gelobt wird.

Loben ja, aber nicht alles und immer

Liebe Eltern, es darf sich entspannt werden. Lieber weniger diesem oder jenem Trend oder Ratgeber folgen, sondern dem eigenen Gefühl. Ein Lob, das von Herzen kommt, ist ganz bestimmt ein gutes Lob, mit dem das Kind weder Zuwendungsjunkie noch demotiviert wird. Zuspruch und Anerkennung ist wichtig für jedes Kind. So macht man sich in der Familie und unter Freunden gegenseitig stärker und holt das Beste aus sich und anderen heraus. Ein Lob ist ein Feed-Back, auf das Kinder angewiesen sind.
Dabei heißt Lob liebevolle Zuwendung und natürlich nicht verhätscheln, auf einen Podest stellen und damit unselbstständig machen. Wer ständig alles toll findet und das Kind damit unter Dauerlobesbeschallung versetzt, erreicht eher das Gegenteil, denn dann verliert das Lob seinen Wert. Wer geheuchelt oder aus ehernen pädagogischen Gründen drauflos lobt, sollte es auch lieber bleiben lassen: die Kleinen haben sehr feine Ohren für falsche Töne.

Wertschätzung schafft Zuversicht

Kinder wollen gefordert werden, das macht Spaß. Konstruktive Kritik bringt sie weiter, sie haben keine Angst vor Anforderungen und die Eigenverantwortlichkeit wird gestärkt. Tadel dagegen kann auch demotivieren, Kritik sollte wie ein Mantel sein, in den die Kinder hineinschlüpfen können. Geht was schief, kann man ja auch sagen: „Beinahe hat es geklappt.“ Das nobody perfekt ist, nicht einmal ihre Eltern und sie selbst, können Kinder auch früh erfahren.
Wenn dann noch ganz konkret gelobt wird, statt pauschal alles rundum gut zu finden, freut sich das Kind, das macht es stolz und motiviert es, immer besser werden zu wollen.  Wird das erste unfallfreie Radfahren nach langem Üben gelobt oder das oft probierte Stück auf dem Klavier, ist das Anerkennung der Anstrengung. Kinder lernen so, dass Herausforderungen angenommen und gemeistert werden können. Aber wer Druck aufbaut und Anspannung, erzeugt Angst. Gut Lernen geht aber nur in entspannter Atmosphäre. Kontraproduktiv ist natürlich auch der Spruch: „Na bitte, geht doch!“ Oder „Endlich kriegt er es hin!“ Oder „Dein Bruder kann das aber viel besser.“ Aber wer käme schon auf so eine Idee?

Verhalten nicht durch Lob manipulieren

Auch soziales Verhalten via Lob zu erzielen, sei nicht unbedingt das Mittel der Wahl, sagen Studienergebnisse. „Fein, dass du dein Sandschäufelchen auch dem Leon zum Spielen gibst“ – nicht empfehlenswert. Entwicklungspsychologen raten, lieber dem Kind zu vermitteln, das es aus eigener Motivation handelt, eben weil es ein freigiebiges kleines Kind ist…. Soweit die Wissenschaft. Mittels Lob zu manipulieren, um ein spezielles Verhalten zu erreichen, ist aber ganz sicher nicht sinnvoll. Lieber immer das Vertrauen zeigen, dass die Kleinen das schon alleine meistern. Gerade bei älteren Kindern sollte auch die Art und Weise, wie an Probleme herangegangen wird, gelobt werden, jedenfalls mehr als das Ergebnis selbst.
In Studien zeigte Carol Dweck, Psychologin an der Universität Stanford, dass zu übermäßig gelobte Kinder zur Unsicherheit neigten, weil sie sich – je älter sie wurden – fragten, ob man sie nicht etwa bemitleide und deshalb so sehr hätschele. Auch würden gerade Mädchen im Grundschulalter manchmal durch einen Satz wie “Na, du bist aber besonders gut beim Puzzle!” so unter Druck gesetzt, dass sie Versagensängste entwickelten. Wenn aber direkt ihre Anstrengung gelobt wurde, wurden sie motiviert. Übrigens hatten Jungs mit einem Lob für ihr Können keinerlei Problem.

Alles toll finden darf nur Omi

Am besten hat es natürlich Omi. Sie hat es richtig gut: sie muss nicht erziehen. Sie darf alles immer super toll finden, verwöhnen, heimlich Süßigkeiten zustecken und kleine Leckereien statt gesundes Abendbrot zubereiten, wie herrlich! Und die Kinder können sich bei ihr von den pädagogischen Anfällen ihrer Eltern erholen.
Wichtig ist aber besonders, dass Kinder wissen und verstehen, dass ein Lob nichts über ihren Wert an sich aussagt. Denn geliebt werden sie ja so oder so. Und mit Spaß und Humor geht sowieso alles besser. Also lieber locker bleiben. Und auch mal so richtig verwöhnen und loben, dass es kracht. Jetzt ist bald Weihnachten:  Da darf man auch mal hemmungslos zeigen, dass man ganz stolz auf die liebsten Kleinen ist.

 

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Atta atta, happa happa, dutzi dutzi, wau wau?

 

Du erzählst mir ja Sachen! © Alexandr Vasilyev / Fotolia.com

Wie kommunizieren wir am besten mit dem Baby?

„Happa happa, mmmh, ham ham ham“. Wenn Schwiegermutter Inge dem kleinen Max den Möhrenbananenbrei schmackhaft machen will, klingt das wie Kommunikationsversuche von Außerirdischen. Empört beharrt sie aber darauf, wenn Max‘ Mama meint, dass Max so nie richtig sprechen lernt. So hat das auch Inges Mama mit ihr gemacht und deren Mama mit ihr. Früher war nicht nur mehr Lametta, wie schon Loriot wusste, früher war es auch selbstverständlich, dass Kinder am Tisch stumm wie ein Fisch waren. Früher stärkte Schreien die Lunge und ein kleiner Klaps auf den Hinterkopf das Denkvermögen. Und früher gab es Happa happa für die Kinder, man ging mit ihnen atta atta und machte dann heia heia.

Aber ist das nun auch gut für Max? Oder behindert das seine Sprachentwicklung? Im Zeitalter der maximalen Optimierung von allem und jedem, besonders des eigenen Nachwuchses, klingt das wie ein Anachronismus, auf den mindestens 10 Jahre Tischdecken bügeln stehen sollte. Also Frühenglisch gegen Schnuckeldieguckel und Fremdwörterstudium auf der Einschlafkassette?

Mit dem Baby wie mit einem Erwachsenen reden, aber nicht gleich übertreiben

Die Zeichensprache eines Babys versteht sich meist intuitiv. Hat es Hunger, wird es unruhig, ist es müde, beginnt es, die Augen zu reiben oder übermittelt mit allen möglichen Lauten, Gestik und Gesichtsausdruck die eigenen Gefühle und Bedürfnisse. In der Regel sprechen die Babys gegen Ende des ersten Lebensjahres die ersten Worte. Ab dem dritten Lebensjahr macht meist die Entwicklung der Sprache dann rasante Schritte.
Wie Wissenschaftler in diversen Studien ermittelten und auch vielfältige Erfahrungen zeigten, entwickelt sich die Sprach- und Lernfähigkeit am besten, wenn bereits mit dem Baby ganz normal, wie mit einem Erwachsenen, gesprochen wird. Für die  Entwicklung der Lernfähigkeit ist es sogar von immenser Bedeutung, wenn das Sprachzentrum früh aktiviert wird.

Allerdings sollte natürlich nicht übertrieben werden – komplizierte und fremdwortgespickte Kettensätze müssen nicht sein, aber das lallende Babysprech ist dagegen kontraproduktiv.

Happa happa, wau wau schadet der Sprachentwicklung

Kinder, die schon von  Kleinauf zweisprachig aufwachsen, tun sich zum Beispiel leichter, weitere Sprachen zu erlernen. Wird eine Sprache bis zum achten Lebensjahr erlernt, geht das besonders einfach. Ohne Grammatik studieren und Auswendiglernen gelingt es ihnen tatsächlich locker und schnell, Immersionsprinzip nennt sich das – viele bilingualen Kitas arbeiten nach diesem Prinzip.

Wichtig ist es, mit dem Baby richtig viel zu sprechen. Tatsächlich hören manche Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr täglich mehr als 10.000 Wörter von ihren Eltern – und andere nur knapp 700. Die Folgen sind später erheblich, denn über die Sprache wird Intelligenz aufgebaut. Neue Studien ermittelten, dass eine komplexe Sprache für die künftige Entwicklung der Kinder entscheidend wichtig ist. Beispielsweise können sich Kinder aus einem längeren Satz unbekannte Worte aus dem Zusammenhang erschließen und so schnell lernen.

Aber keine Sorge: Es gibt von Geburt an die Vielredner und die Schweiger – das hängt ganz vom Typ ab. Auf das Baby-Geplapper einfach zu verzichten bringt aber schon mal viel. Auch wenn sich das erst später zeigt.

 

 

 

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Benimm Dich!

Müssen Kinder am Tisch immer ganz gerade sitzen, ja nicht lümmeln, brav den Teller leer essen?

 

Tischregeln

Tischregeln? @ Wikipedia.org

„Mit dem Essen spielt man nicht!“ „Wenn du alles schön aufisst, scheint Morgen auch die Sonne.“ Alles Sprüche, die die Erziehung so schön einfach machen? An den Spruch erinnern und schon ist alles klar? Aber… aktuell sind diese Weisheiten oft ganz und gar nicht. Und statt scheinbar klarer Regeln gibt es oft eher ein: Es kommt darauf an.

Zum Beispiel auf das Alter. Denn spielen ist schön. Und wenn der süße Spatz in den Brei greift, begreift er ja viel. Warm oder kalt, weich oder hart, wie weit kann man damit werfen? Das darf er auch. Aber ist der Schatz etwas älter, darf dem dann auch Einhalt geboten werden. Mit eineinhalb bis zwei Jahren kann das Essen mit dem Löffel gelernt werden, mit einem Jahr ungefähr kann ein Kind auch im Hochstuhl mit am Tisch sitzen. Spätestens mit vier Jahren kann das Kind Regeln einhalten, gut mit dem Besteck essen, helfen den Tisch zu decken oder auch bei der Zubereitung kleine Aufgaben übernehmen. Aber auch schon vorher wird sich von den Eltern und Geschwistern sehr viel abgesehen und verinnerlicht, so dass es später völlig selbstverständlich wird.

 

Babyessen

Her mit dem Brei © Monkey Business / Fotolia.com

Übrigens sind Gelassenheit und Geduld mit das Wichtigste. Loben. Geduld. Loben. Geduld… und dann wieder von vorne anfangen.

Fragen der Hygiene können Kinder schon früh lernen – sie sind wichtig für die Gesundheit. Gerade das Händewaschen, wenn sie vom Spielen herein kommen und ganz besonders vor dem Essen sollte ihnen bald selbstverständlich werden. Ein kleiner Kurs darüber, wie sich Krankheitserreger verbreiten können, ist in jedem Fall hilfreich.

Tischregeln sind sinnvoll – aber nicht alle

Ein Knicks muss heute nicht mehr gemacht werden und auch der Spruch  „Kinder am Tisch – stumm wie ein Fisch“ ist glücklicherweise auch längst überholt. Was sollte noch selbstverständlich sein? Wenn alle am Tisch sitzen, kann mit dem Essen begonnen werden. Aber eben erst dann. Wenn alle ihre Portionen auf dem Teller haben, darf sogar „Guten Appetit“ gewünscht werden. Und auch das „Zauberwort“ ist keineswegs verpönt. Bitte und danke, höfliche Umgangsformen sollten fraglos üblich sein. Lernen die Kinder das von ihren Eltern, die ja auch freundlich bitten, etwas herüberzureichen, haben sie später keine Probleme, sich gut zu verhalten und nicht unangenehm aufzufallen. Sie ahmen auch unbewusst sehr stark das Benehmen der Eltern nach. Dabei hat das sogenannte „gute Benehmen“ weniger mit Drill und strenger Erziehung zu tun, als mit Respekt und Anerkennung der anderen. Höflichkeit und Rücksichtnahme heißen auch, nicht immer die eigenen Interessen in den Mittelpunkt zu stellen.  Und das können Kinder leicht lernen – vor allem eben durch die Vorbildwirkung.

Was allerdings richtig ist, ist die Redewendung, dass die Augen oft größer sind als der Mund. Wieviel wirklich verdrückt wird, bis man satt ist, das muss eben erst gelernt werden. Super leckere Spagetti mit Tomatensoße, weithin das Lieblingsessen Nr. 1 in Kinderkreisen, wird sich gerne in riesigen Mengen auf den Teller gehäuft. Um erst einmal eigene Erfahrungen zu machen, sollten sich die Leckermäuler kleinere Portionen nehmen oder auf den Teller gelegt bekommen. Dafür kann dann lieber nachgefüllt werden. Und wenn es so richtig gut schmeckt, dann wird aber losgelegt! Aber es ist nicht zwingend erforderlich, dass ein Kind den Teller leer ist. Ebenso wenig, wie alle Speisen unbedingt probiert werden müssen. Auch das sollte niemals erzwungen werden, der Geschmack der Kinder ändert sich immer mal wieder. Eine verschmähte Speise kann ein wenig später dafür noch einmal angeboten werden.

Bei den Kleinigkeiten fängt es an

Und wenn es richtig gut schmeckt, am besten gleich mit offenem Mund schmatzen und schlürfen? Bäh! Das muss wirklich nicht sein. Unschöne Geräusche können anderen durchaus den Appetit verderben. Und beim Niesen, Husten oder Gähnen natürlich die Hand vor den Mund zu nehmen, ist auch nicht schwer. Der Löffel kann auch den Weg zum Mund zurücklegen – und nicht umgekehrt. Ein wenig gute Haltung schadet nicht. Aber … wenn es nicht immer ganz nach Wunschvorstellung aussieht – seien Sie nicht zu streng. Klappt es nicht auf Anhieb, dann eben etwas später.

 

Essen lernen

Ohne Besteck schmeckts auch gut © ericro / Fotolia.com

Spagetti kann man auch mit der Gabel auf dem Löffel aufwickeln. Wer das schafft, hat gewonnen! Und bekommt eine extra Portion Nachtisch. Und als nächstes sind die Stäbchen dran…  Mit Druck und Tadel kommt man übrigens auch bei den Tischmanieren nicht wirklich weiter. Lob kann da aber durchaus hilfreich sein. Besser ist bei allen etwas schwierigen Übungen ein erfreutes: Beinah! Fast geschafft! Schon ganz gut!

Ausnahmen sind erlaubt

Essen heißt aber immer auch nur Essen. Es heißt keinesfalls, die SMS oder Mails checken. Es heißt auch nicht Bücher ansehen oder Fernsehgucken. Dabei darf aber Annabell, die Lieblingspuppe, durchaus mit am Tisch sitzen und bei der Übung: Löffel-richtig-halten mitmachen. Aber … Ausnahmen von der Regel sind ein großer Spaß. Was für ein Genuss, einmal all das zu tun, was gar nicht geht: Pizza in der Hand vor der Glotze und dann die Lieblingserie! Herrlich! Dann geht’s die anderen Tage brav am Tisch gleich wieder besser.

Beim Essen kann sich wunderbar unterhalten werden, was am Tag geschah oder was geplant ist, lustige Geschichten oder interessante Erlebnisse. Aber Streitgespräche und Konfliktlösungen passen nicht zum Essen, das ist eher kontraproduktiv – denn dann schmeckt es gleich viel weniger. Eine entspannte, schöne Atmosphäre ist dagegen der beste Appetitanreger, denn Essen ist Genuss und Entspannung.

Müssen alle brav am Tisch sitzen bleiben, bis alle fertig sind? Das galt früher als absolute Standard-Regel. Heute wird eher empfohlen, die Kinder ruhig aufstehen zu lassen, ehe sie vor Langerweile total zappelig werden. Und wenn die Eltern sich noch ausführlich beim Essen mit einem Glas Wein unterhalten wollen, können die Kids schon wieder spielen gehen. Allerdings sollte das dann die ausschlaggebende Entscheidung sein. Wer fertig ist, darf aufstehen. Nachdem er höflich danach gefragt hat, versteht sich. Und umgekehrt gilt eben auch: Wer aufsteht, ist fertig. Zwischendrin herumtoben und spielen und dann weiteressen ist inkonsequent – lieber nicht erlauben. Auch Sätze wie „Das tut man nicht!“ sind nicht hilfreich, besser: „Mich stört, wenn …“

Kind denkt nach

Nicht so einfach mit den Tischmanieren © serov / Fotolia.com

Solange das Kind konzentriert isst,  hat es auch Hunger. Fängt es an zu spielen, ist das ein ziemlich klares Zeichen, dass es wohl satt ist. Helfen, nach dem Essen den Tisch abzuräumen ist auch eine gute Idee, Hilfe im Haushalt für die Kids zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

Auch wie Kind sich am Telefon meldet, wie es freundlich grüßt, all das kann und sollte den Süßen beigebracht werden. Genauso wie sich immer für ein Geburtstagspaket bedankt werden sollte, auch wenn Tante Hilde mit den selbstgestrickten Socken nicht unbedingt die heißesten Wünsche erfüllt hat, sie hat es ja schließlich lieb gemeint – denn auch das sind wichtige soziale Kompetenzen, die schon früh eingeübt werden können. Sich zu entschuldigen ist wichtig, wenn mal was schief geht oder jemand angerempelt wird, denn auch das hat viel mit Respekt zu tun und sollte fraglos immer sein.

Erziehung zum guten Benehmen kann und sollte also von Anfang an erfolgen. Wird zuerst ganz lässig damit umgegangen und dann werden die Eltern plötzlich streng, das würde die Kinder nur verwirren und die ganze Sache erschweren. Übrigens geben feste Regeln auch Geborgenheit.

Und was ist mit Schimpfworten? Manche sollten einfach tabu sein. Schei…. benkleister ist ein annehmbares Wort. Auch Lästern ist nicht schön. Am besten ist immer, wenn sich die Familie selbst die zu ihnen passenden Familienregeln aufstellt.

Ansonsten halten Sie es einfach mit Mark Twain:
„Erziehung ist organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.“

 

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Was wir glauben wollen oder sollen. Ernährungsmythen, Wunsch und Wirklichkeit

Bloß nichts falsch machen! Vor lauter Angst, den lieben Kleinen nicht das Beste auf den Tisch zu stellen, lassen sich junge Eltern schnell verunsichern. Das passt der Wirtschaft: Schlechtes Gewissen sells. Retten wir die Welt, wenn wir richtig essen? Und was ist eigentlich „richtig“?

 

gesundes Essen

Echt voll lecker? © matka_Wariatka - Fotolia

Den Kindern abwechslungsreiche und gesunde Sachen, Bioprodukte, viel Obst und Gemüse zum Essen anzubieten, ist fraglos richtig. Doch Ernährung wird in zunehmendem Maße zum Überbegriff, der (fast) alles beinhaltet. Sie wird vor allem eine Frage der Moral und politischen Korrektheit.

„Eltern sind heute nicht mehr in der Lage, in Bezug auf die Ernährung eine bewusste Entscheidung zu treffen. Sie sind Opfer einer Ideologiewelle geworden“, stellt die schweizer Ernährungsexpertin Marguerite Dunitz-Scheer in einem Interview der Zeitschrift Annabelle fest.

Weil gerade Gelassenheit nicht unbedingt die Stärke vieler junger Eltern zu sein scheint, lässt sich da allerhand manipulieren. Das macht sich manch Unternehmen zu Nutze und schürt auch gerne noch mehr Unsicherheiten. Nicht nur der Ratgebermarkt floriert deshalb vorzüglich. Bio-Produkte oder solche, die sich als Bio ausgeben, diverse Öko-Stempel, laktose- und glutenfreie Produkte, Soja-Milch statt Kuh-Milch, Frühstücksflocken mit zusätzlichen Mineralien, Säfte mit Vitaminen hochangereichert füllt die Supermarkt-Regale und die Kassen der Konzerne. Aber ist das wirklich alles gut? Gerne wird die ganze Familie Veganer, Frutarier, Flexifoodianer oder schwört auf irgendein Superfood – nach Möglichkeit von diesen oder jenen Ureinwohnern. Auch Protein-Bars mit leckeren Insekten sind im Kommen. Und selbstverständlich wird alles mit Inbrunst als das beste, gesündeste, umweltfreundlichste, nachhaltigste und überhaupt ethisch wertvollste Essen ever beschrieben, das wir – und vor allem unsere Kinder – bitte verspeisen sollen. Und – last but not least – wird der soziale Status gern über die Ernährung definiert. Sage mir, was Du isst und ich sage Dir, wer Du bist! Verantwortungsbewusst leben und essen ist wichtig, aber sitzen wir nicht all zu oft Moden, Trends und Hypes auf? Denn so manches Mal ist der Megatrend sogar das Falsche fürs Kind – oder aber völlig sinnlos.

Ernährungsmythen – was stimmt denn nun?

Viele Moden schwappen über den großen Teich aus den USA zu uns an Land. Wer es mag, isst wie ein Steinzeitmensch oder nur Trennkost. Wer keine Fehler machen will, informiert sich besser ausführlich über mögliche Mängel des Trends. Geld wird auf jeden Fall mit dem Ernährungsfundamentalismus gut verdient. Lebensmittelchemiker und Wissenschaftsjournalist Udo Pollmer sagt dazu in einem Zeit-Interview: „In der Ernährungswissenschaft wird in einem kaum vorstellbaren Maße getürkt. …Wir brauchen im Grunde nichts von dem zu glauben, was uns erzählt wird.“

Erstaunlich nur, wie viele Mythen sich scheinbar unausrottbar seit Jahrzehnten halten, wie der berühmte Spinat-Irrtum. Der kinderquälende Hype des Grünzeugs war durch ein um eine Stelle verrutschtes Komma verursacht. In Wahrheit enthält beispielsweise Schokolade mehr Eisen.

Täglich ausgewogen, sonst gibt‘s Mangelerscheinungen

Der größte Mythos ist, dass alles perfekt sein muss. Immer gesund, immer nach Vorschrift. Wer hält das denn aus? Muss jeden Tag die berühmte Ernährungspyramide abgefuttert werden? Kohlenhydrate, Obst, Gemüse als Basis dann weniger Milchprodukte und Proteine und gaanz wenig Zucker und Fett. Bitte total korrekt?
Nur kein Stress, raten Experten, lieber entspannt bleiben. Hysterisch die Ernährung der Kleinen zwanghaft auszurichten, ist ganz bestimmt der falsche Weg. Als Faustformel gilt 80 : 20. Wenn das Kind zu 80 Prozent die guten Sachen, Milchprodukte, Vollkorn, Obst und Gemüse verdrückt, dann dürfen zu 20 Prozent die süßen Verführer geschleckert werden. Schokolade, Kekse, Kuchen, Eis, Weißbrot und Nutella sind ja kein Teufelszeug. In Maßen genossen – und genießen! Wer mal einen Hamburger mit Pommes verspeist, bekommt nicht gleich Mangelerscheinungen wegen fehlender Vitamine. Immer mal wieder das richtige Essen und sonst keine Angst, so schnell sind Lebensmittel nicht gleich gesundheitsschädlich.

Fischstäbchen sind Pfui

Auch dieses Vorurteil hält sich hartnäckig. Dabei stimmt es gar nicht. Fischstäbchen müssen zu 65 Prozent aus magerem Fischfielt bestehen. Die Panade ist aus Mehl, Semmelbröseln und Gewürzen. Sie sind also erlaubt und in wenig Fett gebraten sogar eine gute Ernährung.

 

Säfte trinken

Sauer macht lustig © Michael Gray - Fotolia

Vitaminsäfte gehören zu jeder Mahlzeit

Gerade die hoch gepriesenen ACE-Säfte sollen ja vor Erkältungen schützen und auch sonst fast allem vorbeugen. Dabei beinhalten die oft nur wenige Fruchtanteile, Zucker, Wasser und angereicherte Vitamine. Obendrein ist stark umstritten, ob synthetische Vitamine eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Außerdem enthält ein Glas mit Vitaminen hoch angereicherter Saft schon mehr als den Tagesbedarf für’s Kind – das ist zuviel.

Fett macht fett

Ist Fett immer schlecht? Es kommt darauf an. Fettsäuren sind Energielieferanten und haben auch noch manch anders wichtiges zu tun. Die ungesättigten Fettsäuren sind die guten, sie sind vor allem in pflanzlichen Produkten und im Fisch enthalten. Die Qualität entscheidet auch hier, nicht die Quantität.

Light hält schlank

Das wäre doch zu schön – und vor allem schön einfach. Wenn „leicht“ draufsteht ist alles gut! Aber leider hält auch dieser (Werbe-) Spruch nicht, was er verspricht. Viele fettarme Lebensmittel haben dafür jede Menge Zucker oder Stärke und damit ordentlich Kalorien.

Drei Liter Wasser am Tag müssen sein

Ausreichend trinken ist ausgesprochen wichtig, aber ob es drei Liter sein müssen? Der Mensch ist durchaus unterschiedlich, er sollte auf seinen Körper hören und trinken, wenn er Durst hat. Auch mit der Nahrung wird bereits Wasser aufgenommen.

Fisch ist besser als Fleisch

Fischeiweiß ist besser verdaulich als das aus Fleisch und die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren senken auch noch das Herzinfarktrisiko. Es stimmt!

Bio ist immer viel gesünder

Pflanzenschutzmittel essen wir bei Öko-Produkten nicht mit, aber … Mehr Nährstoffe kriegen wir mit biologischen Lebensmitteln auch nicht unbedingt auf den Teller, das ergaben verschiedene Studien. Dass biologisch zu produzieren ansonsten wesentlich besser ist, soll damit aber nicht bestritten werden.

Pilze soll man nicht wieder aufwärmen

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Pilze giftige Bestandteile entwickeln, wenn man sie wieder aufwärmt. Allerdings stimmt das nur dann, wenn sie lange im Warmen  herum liegen. Schön im Kühlschrank behalten, dann kann auch beim Aufwärmen nichts passieren.

Glückliche Kühe geben gesündere Milch

Tatsächlich haben Studien ergeben, dass Kühe, die frisches Gras futtern, bessere Milch geben, nämlich mit mehr Vitamin E, Beta-Karotin und gesunden Fettsäuren. Da kommt die arme Stallkuh einfach nicht mit.

Schokolade

Leckereien © BlueSkyImages - Fotolia.com

Schokolade macht Pickel

Hormone sind die Pickelmacher. Leckereien wie Schokolade machen aber keine unreine Haut.

Brauner Zucker ist gesünder als weißer Zucker

Nö. Zucker ist Zucker ist 99 Prozent Saccharose. Alles andere ist Irrglaube.

Kartoffeln machen dick

Klare Antwort: Es kommt darauf an. Nämlich auf die Zubereitung! Eine Mahlzeit Kartoffeln hat 100 Kalorien. Sind die Kartoffeln aber zu Pommes mutiert, haben sie die vierfache Menge an Kalorien, denn die Zubereitung mit Fett macht‘s.

Salat ist suuupergesund

Blattsalat hat viel gutes …. Wasser, ganze 95 Prozent, aber das war’s auch schon, sonst gibt es da nicht viele gesunde Inhaltsstoffe. Radieschen, Paprika, Tomaten oder Gurken – dieses rohe Gemüse bietet mehr.

Kaugummi verschlucken verklebt den Darm

Stimmt nicht. Die Magensäure macht den Kaugummi eins fix drei fertig, da hat er keine Chance, etwas im Darm anzustellen.

Vollkornbrot ist gesünder als Weißbrot

Zum Schluss noch einen Spruch, der stimmt. Vollkornbrot enthält viele Ballaststoffe, dadurch wird der Zucker, der durch die Verdauung der Stärke entsteht, nur langsam freigesetzt. Das Insulin kann den Blutzuckeranstieg verhindern. Beim Verdauen des Weißbrots  entsteht dagegen in kurzer Zeit viel Zucker, deshalb wird auch mehr Insulin produziert – und das baut Zucker auch noch ab, wenn das Weißbrot schon längst verdaut ist. Und der sinkender Blutzuckerspiegel funkt an’s Gehirn: Schon wieder Hunger!

Von unseren 16 ausgewählten Ernährungsmythen stimmen nur drei. Hätten Sie richtig getippt? Gerade bei der Ernährung der Kinder sollte man sich also weder von alten, scheinbar verbürgten Weisheiten noch von Tante Ernas Sprüchen beeinflussen lassen, sondern immer lieber selbst noch einmal nachhaken. Mythen sind eben Mythen!

Und ansonsten … lieber locker bleiben. Nicht Über- oder Untergewicht ist das Risiko, sondern übertriebener Gesundheitswahn. Er führt nur zu Machtkämpfen und Stress. Nach Studien können nämlich schon selbst kleine Kinder allein auswählen, was für sie gut ist. Jede Menge Schokolade und Pommes mit Mayo wird demnach nur am Anfang verputzt, wenn die Kleinen selbst entscheiden dürfen, später ernähren sie sich dagegen gut. Übrigens, Kinder orientieren sich meist am Vorbild der Eltern. Frische Sachen selbst kochen, statt Fertignahrung, das Essen genießen, keinen Druck ausüben – dann kann kaum noch etwas schief gehen.

 

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Alle Kinder haben Rechte

Kinderrechte

Kinder wollen Rechte © altanaka / Fotolia.com

„Ich lebe mit meiner Familie und meinen vier Geschwistern zusammen in einer Dreizimmerwohnung in Berlin. Zuhause sprechen wir die Sprache, die auch meine Eltern, mein Oma und mein Opa sprechen. Im Kindergarten habe ich Deutsch gelernt. Meine Familie hat nicht viel Geld – also kann ich nicht zur Nachhilfe gehen. Meine Lehrerin spricht meine Sprache nicht und meint, mein Deutsch sei zu schlecht. Jetzt muss ich eine Klasse wiederholen. Aber das ist doch ungerecht!“

So geht es mittlerweile vielen Kindern in Deutschland – die soziale Herkunft bestimmt den Bildungsweg. Chancengleichheit, Recht auf freie Persönlichkeitsentwicklung und Bildung – sind diese Werte wirklich in Deutschland umgesetzt?

Seit einer Woche ist es in aller Munde: Kinderrechte sollen ins Grundgesetz! Familienministerin Schwesig hat diesen Vorschlag gebracht – längst überfällig, sagt die eine Seite, reine Symbolpolitik kontert die Gegenseite. Doch wie sieht es nun wirklich mit den Kinderrechten in Deutschland aus?

Ganz klar ist – in Deutschland hat sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts viel im Bereich der Kinderrechte getan. Seit dem Jahr 2000 dürfen Eltern ihre Kinder nicht mehr mit Gewalt maßregeln und seit Anfang 2014 dürfen sich Kinder individuell bei den Vereinten Nationen beschweren, wenn sie ihre Kinderrechte verletzt sehen. Aber auch das gesellschaftliche Bild von Kindern ändert sich langsam – neue Partizipationsansätze lassen die Aussage von Janusz Korczak „Das Kind wird nicht erst ein Mensch, es ist schon einer“ langsam ins öffentliche Bewusstssein rücken. Eine gesetzliche Verankerung? Laut Schwesig solle diese vor allem den Pflegekindern helfen, ihre Rechte zu stärken.

Doch warum sollte Deutschland nun die Kinderrechte auch gesetzlich verankern? Ein Paradebeispiel bietet Österreich – dort sind die Kinderrechte seit Februar 2011 in der Verfassung festgeschrieben. Mal angenommen Deutschland übernimmt diese auch in das Grundgesetz, könnte dies dazu beitragen, normativen Einfluss zu nehmen und ein politisches Statement der Bundesregierung auf diesem Feld zu setzen. Damit wären dann auch alle Unternehmen, Eltern und Erzieherinnen an dieses Gesetz gebunden.

Kinder sind unsere Zukunft – in diesem plakativen Satz steckt mehr Wahrheit als wir denken. Man denke an die Zukunft unserer Gesellschaft, an Demokratie- und Lebensformen und natürlich auch an die liebe Rente (ja, Pragmatismus muss auch mal sein). Verantwortungsbewusster Umgang und ein Leben im Sinne einer freien Entfaltung des Geistes und der Persönlichkeit? Wie soll das gehen, wenn Kinder aus sozial schwachen Familien immer noch benachteiligt werden? Mit der Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz  wäre ein weiterer Schritt für die Chancengleichheit in Deutschland getan.

 

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